Dan Brown in fünf Minuten

Alle Romane des Bestsellerautors im Überblick

16.10.2009 Wilhelm Ruprecht Frieling

Dan Brown ist ein erfolgreicher US-Autor, der Thriller nach einem festen Strickmuster schreibt.

Mehr als 120 Millionen Bücher des Bestsellerautors Dan Brown wurden bislang weltweit verkauft, und es werden täglich mehr. Diesen gewaltigen Umsatz erreichte der 1964 geborene Schriftsteller mit nur fünf Romanen.

Diabolus

Browns Debut „Diabolus“ (Originaltitel „Digital Fortress“, 1998) behandelt den Wettlauf um ein mächtiges Verschlüsselungsprogramm, das verschiedene Mächte in die Hände bekommen wollen. Wie auch in den später verfassten Brown-Thrillern gibt es eine atemberaubend schöne, hochintelligente Lady, eine allmächtige US-Behörde, mordgierige Schurken sowie einen schrecklich intelligenten Protagonisten, der spielerisch und mit vielfältigen Sprachkenntnissen das Geheimnis löst. Der Mystery-Thriller baut Spannung mit knappen Beschreibungen, rasant wechselnden Handlungsorten und einem Stakkato von 128 kurzen Kapiteln auf.

Illuminati

Spannungsgeladene Geschichte (Originaltitel „Angels and Demons“, 2000) um den angeblich untergegangenen Orden der Illuminaten. Diese immer noch aktive geheime Organisation bläst zum letzten Gefecht und will sich am Erbfeind Rom rächen und den Vatikan aus den Angeln heben. Erstmals führt Dan Brown in diesem Werk einen erfolgreichen Autor von Büchern über Symbolistik, Robert Langdon, ein. Dieser übersteht unglaubliche Verfolgungsjagden stets unbeschadet und wirkt als smarter, wissenschaftlich gebildeter moderner Held.

Meteor

Der Politthriller „Meteor“ (Originaltitel „Deception Point“, 2001) lässt keinen Moment Langeweile aufkommen, wenn auch gelegentliches Kopfschütteln über die unglaublichen Wendungen der Story die Lektüre bremst: Um die angeschlagene Weltraumbehörde NASA zu retten, appliziert eine vorerst unbekannte Macht einen gefälschten Meteoriten mit angeblich außerirdischen Lebensformen in die unwirtliche Arktis. Ein Forscherteam und eine Geheimagentin kommen der Sache auf die Spur und sollen dafür von Elitekillern zum Schweigen gebracht werden. Eine unglaubliche Jagd um den halben Erdball beginnt. Spannung wird nicht nur durch mörderische Schussfahrten über kalbende Gletscher und einen explodierenden ozeanischen Magmadom erzeugt, sondern auch durch die Verwicklungen zwischen dem Weißen Haus und den verschiedenen US-Behörden und Diensten.

Sakrileg

In direkter Fortsetzung zum Bestseller „Illuminati“ steht „Sakrileg“ (Originaltitel „The Da Vinci Code“, 2003). Diesmal wird eine international angelegte geheime Kirchenverschwörung von einem geheimnisvollen Hintergrundmann gesteuert. Nach einer Mordserie an den Häuptern des Ordens der Bruderschaft von Sion (Prieuré de Sion) geht Robert Langdon in einen Wettlauf mit der Personalpräfektur des Papstes Opus Dei, einer ultrakatholischen Sekte, um die Jagd nach dem von den Tempelrittern geschützten Heiligen Gral. Im Verständnis des Autors handelt es sich dabei um vier Kisten mit brisanten Dokumenten, die nachweisen, dass Jesus von Nazareth und Maria Magdalena ein Kind hatten, dessen Geschlecht sich bis in die heutige Zeit fortpflanzte und von der Prieuré geschützt wird.

Das Werk ist erstklassig recherchiert, bietet einen soliden Hintergrund unter Berücksichtigung diverser Verschwörungstheorien rund um den Gral und wurde zum meist verkauften Buch des Jahres 2004. Der Lesestoff wurde von der römischen Kurie offiziell geächtet und aus allen christlichen Buchhandlungen entfernt.

Das verlorene Symbol

Robert Langdon wird in diesem Band (Originaltitel „The Lost Symbol“, 2009) nach Washington gerufen, um einen Vortrag über freimaurerische Symbolistik zu halten. Vor Ort stellt er allerdings fest, einem Verbrecher aufgesessen zu sein, der ihn in seine Gewalt bringen will und offenbar auch schon seinen Freund und Gönner Solomon gekidnappt hat. Statt eines erwartungsvoll gefüllten Auditoriums trifft er auf Solomons abgetrennte Hand mit dessen wuchtigem Freimaurerring. Diese „Mysterienhand“ weist den Weg zu geheimem Wissen, das seit Jahrhunderten gehütet wird und nun offenbart werden soll. Ihm bleiben exakt zwölf Stunden Zeit, um das Rätsel zu lösen …

Arbeitsweise des Autors

Dan Brown schaltet gern Handlungsstränge parallel und schneidet sie in kleine Häppchen, die stets mit einem Cliffhager ausgestattet sind. In „Das vergessene Symbol“ verwebt er beispielsweise 133 Kapitelfetzen auf 765 Seiten miteinander. Browns Bücher lesen sich flüssig und schnell, seine Ortsbeschreibungen zeugen von hoher Sachkenntnis und genauer Vor-Ort-Recherche. Der Autor versteht es, auch absurde Situationen und Geschehnisse dramatisch aufzubereiten und plausibel klingen zu lassen. Dabei erzeugt er Hochspannung ohne sprachlichen oder gar literarischen Anspruch. Kritiker sprechen von „literarischem Fast Food“ (Stephen King).

Dan Browns Zielgruppe

Neben Millionen Freunden rasant geschriebener „Pageturner“ bedient Dan Brown bevorzugt Verschwörungstheoretiker, Gralsfanatiker, Mystiker, Geheimbündler sowie Interessenten an Astrologie, Tierkreiszeichen und Sterndeutung. Seine Bücher bescheren demjenigen, der rasant geschriebene Spannung sucht, viel Lesespaß. Es handelt sich im weitesten Sinne um Unterhaltungsliteratur mit Bildungshintergrund.

Lesen Sie weiter bei Suite101: Alles über die Geheimwissenschaft im Buch "Das verlorene Symbol"

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