Krimi: "Tödliche SMS"Beate Maxian befasst sich in ihrem neuesten Wien-Krimi mit Stalking
Die österreichische Krimischriftstellerin Beate Maxian hat mit ihrem neuesten Krimi „Tödliche SMS" gefährliches Stalking-Terrain betreten. Zum Glück für Krimifans.
Die Münchner Fotografin Andrea Reiter wird von ihrer Freundin nach Wien eingeladen, um mit dieser ihren 35. Geburtstag gebührend zu feiern. Andrea freut sich über die Rückkehr in die schöne Stadt, den Geruch von Marzipan und Sachertorte. Doch statt dass sie ihre Freundin Silvia vom Bahnhof abholt, erhält sie eine Reihe von SMS, die sie durch die Stadt lotsen, unter anderem zu einem gediegenen Lokal im Museumsquartier, in dem ihr Geburtstagsessen arrangiert wird, mit ihrem Lieblinggericht und weißen Lilien, ihren Lieblingsblumen. Allein sitzt sie dort, Silvia bleibt verschwunden. Bis eine weitere SMS Andrea in ein Atelier führt, in dem sie ihre Freundin ermordet auffindet. Doch das schreckliche Ende ist erst der Beginn eines Alptraums, aus dem Andrea, so scheint es, nicht mehr lebend herauskommen kann. NervenkitzelEin packender Einsteig und bald wird klar, dass sich der Krimi mit einem Thema befasst, das es wahrscheinlich schon immer gegeben hat, aber in unserer Gesellschaft einen neuen Namen bekommen hat: Stalking. Kurz flammt Angst beim Leser auf, ob die restlichen Seiten des Romans bei diesem heiklen Thema das hohe Niveau des Anfangs halten können. Aber ja doch! Es bleibt packend bis zum Schluss, ohne trivial zu werden. Die Sprache ist bilderreich und dennoch ohne unnötige Schnörkel. Ein bisschen Romantik darf natürlich nicht fehlen und ist Balsam für die durchgehend angespannten Nerven des Lesers. EmotionalWarum sich die Kriminalromanautorin gerade mit diesem schwierigen Thema befasst hat? „Für mich war es unglaublich spannend, diese Geschichte zu erzählen. Was empfindet ein Mensch, der sich plötzlich in einer Situation befindet, in der er nicht mehr agieren, sondern nur mehr reagieren kann. Welche Ängste, aber auch welche Kräfte werden da freigesetzt?“, hat sich Beate Maxian gefragt und mit ihrem Kriminalroman eine glaubwürdige Antwort gegeben. Nicht zum ersten Mal, denn ihre Bücher beschäftigen sich zumeist mit Themen, die jeden betreffen können: Eifersucht, Neid, Hass, Gewalt gegen Frauen. Sie sei emotional und sensibel und leide mit den Opfern, erzählt sie. Darum könne sie, die zweifache Mutter, weder Bücher lesen, noch schreiben, in denen Kinder Opfer sind. Wien genießenDie Liebe zu Wien kann und will die in München geborene, mittlerweile in Oberösterreich ansässige Beate Maxian nicht verbergen, und dass sie den Tatort von „Tödliche SMS“ wie ihre Westentasche kennt, zeigt sich in vielen Details. Das im Buch vermittelte Wiener Lokalkolorit macht Lust, die beschrieben Schauplätze selbst aufzusuchen. Wer die Gelegenheit dazu hat, könnte einen Kaffee genießen, eine Torte essen oder einen Bummel machen – selbstverständlich ohne Angst, eine tödliche SMS zu erhalten. Beate Maxian: Tödliche SMS. Echomedia, WienliveEdition 2007, Euro 9,90. Weitere Krimitipps: Mord im Kurpark; Geheimes Venedig; Kokoschanskys Trip; Der letzte Engel springt.
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